Dr. Lechleiters Fishcare

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"Viele Teichbesitzer salzen ihren Teich auf, ist das gut für die Koi?"

Salz als Dauerzugabe in Koiteichen ist eine häufig gestellte Frage, hier meine Antwort.

Jodfreies Kochsalz ist ein hervorragendes Koimedikament für die verschiedensten Erkrankungen. Starke Kurzzeitbäder zur Haut- und Kiemendesinfektion, Kurzzeitbäder zur Vitalisierung, zum Abschleimen und gegen Kiemenschwellung, auch bei Verletzungen oder Laochkrankheit zur Unterstürtzung der Heilung und - nicht zuletzt - auch zur Senkung der Nitritgiftigkeit in Hälterbecken oder zur Keimdrucksenkung und gegen Stress. Mehr dazu erfahren Sie im Onlinelexikon.

In Teichen kann man mit Salzzugaben Algen bekämpfen oder im kalten Frühjahr den Energiehaushalt der Koi stabilisieren, wenn noch keine anderen Behandlungen Sinn machen. Man muss jedoch bedenken, dass Salz viele Teichpflanzen, besonders Seerosen, schädigt und dass man mit Salz Zeolithmaterial regeneriert. Vor jeder Salzzugabe muss man daher kontrollieren, ob sicher keinerklei Zeolithmaterialien im Filter verwendet wurden, zum Beispiel gegen Ammoniakverbindungen im Frühjahr oder beim Filtertneustart. Entweder Salz oder Zeolith ist die Devise! Wenn es um schlecht eingelaufene Filter geht, sollte man daran denken, dass jede Salzzugabe das Einlaufen des Filters verzögert. Es muss daher im Einzelfall abgewogen werden, ob eine Salzzugabe zum Teich wirklich sinnvoll ist. Dazu gehört immer eine Fischuntersuchung mit Kiemenuntersuchung unter dem Mikroskop und eine Wasseruntersuchung.

Wissen muss man, dass Salzzugabe zum Teich die Wirkung von Salz als Medikament abschwächt, die Koi erleben dann nicht den gewünschten Kontrast zwischen Süß- und Salzwasser. Und wichtig ist auch, dass Algen, Bakterien und Parasiten sich natürlich an höhere Salzkonzentrationen anpassen. Der gewünscht Effekt ist folglich bald nicht mehr vorhanden. Daher würde ich von Dauersalzzugaben abraten, auch wenn viele meinen, damit gute Erfahrungen gemacht zu haben.

 

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