Dr. Lechleiters Fishcare

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Milchsäurebakterien

Milchsäurebakterien haben mehrere interessante Wirkungen im Koiteich. 

Immer wieder werde ich gefragt, ob das mit den Milchsäurebakterien nun Hokuspokus ist oder ob sie gut sind für den Teich und die Fische. Einige Wirkungen sind wissenschaftlich belegt:

  • Bestimmte Milchsäurebakterien und auch bestimmte Hefen enthalten in ihren Zellwänden beta-Glucane (β1,3- ß1,6- Glucane sind die wichtigsten) mit einer direkt das Immunsystem stimulierenden Wirkung. Diese Stimulierung (Anregung) hilft dem Organismus, sich gegen Krankheitserreger effizienter zur Wehr zu setzen. Das ist der Grund dafür, dass in praktisch allen modernen und professionell zusammengesetzten Fischfuttern - und natürlich auch in unseren fishcare Futtern - diese Stoffe enthalten sind.
  • Durch Verdrängung anderer Bakterien können sie die Darmflora oder die Zusammensetzung der Bakterien im Wasserkreislauf in eine für die Fische günstige Richtung beeinflussen.
  • Die Verdauung der im Futter enthaltenen Kohlehydrate wird gesteigert und verbessert und die Proteinverdauung verlangsamt. Hierdurch kann der Körper wertvolle Proteine (Eiweißverbindungen) besser ausnutzen und in der Folge wird auch weniger Ammoniak ausgeschieden. Die im Futter enthaltenen Kohlehydrate können noch besser zur Energiegewinnung herangezogen werden.
  •  Der pH-Wert im Darm sinkt durch die Produktion von Milchsäure. Dies verschlechtert die Lebensbedingungen schädlicher Bakterien. Der pH-senkende Effekt hat auch im Koiteich einen milieuverbessernden Effekt.
  •  Es werden auch mehrere Vitamine aus dem B-Komplex gebildet. Diese Vitamine sind eine Lebensgrundlage für viele nützliche Bakterien wie Filterbakterien.

Alle Produkte aus der Richtung der Probiotika sind gute Hilfsmittel bei der Teich- und Koipflege und haben wissenschaftlich belegt viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. Die professionellen Futtermittelhersteller im Bereich der Aquakultur bedienen sich dieser Wirkung und haben viele wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, die die Wirkung dieser Produkte belegen.

Aus der Praxis heraus haben sich Milchsäurebakterien zudem bemerkenswert zur Stressminderung bewährt: Wenn leichte Hautrötungen oder ein unspezifisches Scheuern zu bemerken sind, dann ist eine Zudosierung von diesen Bakerien oft schon ausreichend, um die Symptome zum Verschwinden zu bringen. Weniger Gift und mehr Gesundheit für Koi und Teich!

Wissen muss man, dass sich Milchsäurebakterien nicht dauerhaft im Teich oder Fischdarm ansiedeln können. Daher muss man sie bei Bedarf im Teich regelmäßig nachdosieren, in vielen Futtermitteln sind sie ohnehin enthalten. Man kann also mit guten und professionell hergestellten Produkten viele gute Wirkungen für Koi und Teich ernten. Aber auch Milchsäurebakterien können regelmäßige Teilwasserwechsel und Filterhygiene auf keinen Fall ersetzen, und sie sind natürlich  keine Wundermittel mit Allheilwirkung.

 

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Kommentare zum Artikel

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Guten Tag,
wir setzten Milchsäurebakterien als Frühjahrs und Herbstkur bei Wassertemperaturen um die 14°C ein und wenn wir neue Fische dazu setzen.
Zeigen die Koi ein Unwohlsein an, wird immer zuerst ein grosszügiger Teilwasserwechsel gemacht. Hilft das nicht, kommen die Milchsäurebakterien zum Einsatz.
Mit diesem Vorgehen haben sehr gute Erfahrungen gemacht.