Dr. Lechleiters Fishcare

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Teichnachwuchs - die Eltern müssen zusammenpassen

Meist vermehren sich die Koi ohne unser Zutun. Sie laichen ab und der neugierige Besitzer nimmt ein paar Eier und läßt sie in einem separaten Behälter schlüpfen, bevor die Eier oder geschlüpften Nachkommen von ihren gefräßigen Eltern weggefressen werden können.

In vielen Fällen enstehen mehr oder weniger ansprechende Koi, die farbig sind, aber sonst nicht weiter aufregend. In seltenen Fällen entstehen welche, die überdurchschnittlich schön sind. Und in ebenso seltenen Fällen entstehen Nachkommen, die überdurchschnittlich verkrüppelt oder nicht durchgehend pigmentiert sind oder die schon im ersten Jahr Tumore in der Bauchhöhle haben.

Heute war ich bei einem Koifreund, der das Letztere erlebt hat. Von den etwa 60 über den Winter aufgezogenen Jungfischen haben nach weniger als einem Jahr sieben Tumore in der Bauchhöhle entwickelt und einer so schlimme Kiemendeckelverkrümmungen, dass er ebenso wie die anderen erlöst wurde.

Viele der noch lebenden Koi sind asymmetrisch, haben leicht Kiemendeckel- oder Wirbelsäulenverkrümmungen. Besonders auffällig sind auch schiefe Kopfformen.

Die Erklärung in diesem Fall hat nichts zu tun mit der Anwendung von Medikamenten wie Malachitgrün bei den befruchteten Eiern oder anderen chemischen Einflüssen. Es ist schlicht so, dass die falschen Eltern sich verpaart haben. Offensichtlich haben sie viele schnell auffallende Defekte vererbt, von Farbfehlern bis hin zu Tumoren in der Bauchhöhle im Alter von nur einem knappen Jahr. Glücklicherweise entdecken die Züchter in Japan solche Fehlanpaarungen auch recht schnell. Sonst wären gesunde und schöne Koi noch viel seltener. 

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