Dr. Lechleiters Fishcare

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Extrem hoher pH-Wert

Nun habe ich in meinen News so oft vor einem Säuresturz im Winter gewarnt, dass ich heute auch einmal vom Gegenteil berichten will.

Auch zu hohe pH-Werte können Koi krank machen oder sogar zu einem Fischsterben beitragen. Der Teich hatte einen pH-Wert von 10,5 und eine extreme Blaualgenblüte. Es waren drei Koi - natürlich die größten - gestorben, obwohl der Teich mit 6-8°C keineswegs zu kalt geworden war. 

Die noch im Teich vorhandenen Koi hatten eine beschleunigte Atmung und Flossen und Haut eines Kokhau waren stark gerötet. Einige lagen schräg am Boden und sahen nach Energiemangelsyndrom aus. Kein Wunder, die erschwerte Atmung verbraucht natürlich sehr viel Energie und die Koi hatten bereits vor einigen Tagen aufgehört zu fressen. Das sollte immer ein Alarmsymptom sein!

Wenn der pH-Wert im Wasser sehr viel höher ist als im Blut, kann der Koi seinen Ammoniak nicht mehr ausscheiden, es entsteht ein Stau an den Kiemen mit der Folge einer Selbstvergiftung. Der Anstieg von Ammoniak im Blut führt zu zentralnervösen Symptomen und zu plötzlichen Todesfällen.

Abhilfe schafft ein Teilwasserwechsel, eine Verbesserung der Pufferung des Wassers und Abdunklung des Teiches. Sind exzessive Mengen an Blaualgen vorhanden wie in diesem Fall, sollte man sobald es wärmer wird, die Algen auch mechanisch bekämpfen. Die Drosselung des Filters im Winter sollte nun beendet werden, damit die Filtration wieder verbessert läuft und möglichst viel von den Algen und Schwebstoffen herausgefiltert werden. Kupferzudosierung sollte erst bei Wassertemperaturen übder 15°C ins Auge gefasst werden, wenn man dies überhaupt will!

Im schlimmsten Fall können Blaualgen so hartnäckig sein, dass man den Teich ablassen, alle Wände und Steine abschrubben und den Teich neu füllen muss. Eine Teilbeschattung und großzügige Teilwasserwechsel sind wichtig.

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Kommentare zum Artikel

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Da auch ich das Problem kenne, ein Frage zum Verständnis:

Kommt der hohe PH-Wert von den Blaualgen oder führt der hohe PH-Wert dazu, dass sich die Blaualgen durchsetzen?


Auf natürlichen Wege PH 10,5 zu erreichen ist doch schwierig, oder? Andererseits, wenn die Blaualgen (oder besser Cyanobakterien den Ph-Wert selbst hochtreiben, schalten sie damit Nahrungskonkurrenten aus?

Ach ja, Ablassen und Neubefüllen mit Desinfektion mit Kupfersulfat in Abwesenheit der Fische, Sonnensegel über den kompletten Teich und auch Teilwasserwechsel von 10% täglich über 4 Wochen haben mir damals nicht geholfen.....