Dr. Lechleiters Fishcare

‹ zurück

Koidoc Treffen in Leizig und Tierärztetag

Das jährliche Koidoc Treffen hat Dr. Kathrin Pees wieder sehr erfolgreich ausgerichtet. Unser Programm begann mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr - viel CEV, wenig KHV bei den Importen und der allgemeinen Parasitensituation. Wir haben uns gegenseitig auf den Stand der Dinge bei den Wurmmiteln gebracht und sehen dem Ende der Freiverkäuflichkeit von Praziquantel daher gelassen und vorbereitet entgegen.

Vorträge umfassten unter anderem das Gebiet der Wasseraufbereitung mit Ozon. Dr. Henner Neuhaus hat mit einem Kollegen über 130 Literaturhinweise zu diesem Thema gesichtet - aus dem Gebiet der Klärwassertechnik, der Wasseraufbereitung für Fischzucht und Trinkwasser und anderen. Interessanterweise gibt es eindeutige Untersuchungen, dass Ozon behandeltes Wasser Niedere Tiere wie Schnecken und Muscheln unfruchtbar machen und Hautschäden verursachen kann. Wir sind daher hinsichtlich der Ozonbehandlung von Koiteichen darüber einig geworden, dass im Süßwasser Vorsicht geboten ist und man unproblematischere Teichtechnik zur Wasserklärung und Entkeimung einsetzen sollte. Unser Eindruck, dass die Schönheit der Koihaut über die Jahre in Ozon-Teichen deutlich mehr leidet als in anderen Teichen, könnte durch die Entstehung von aggressiven und/oder toxischen Stoffen im Wasser durch Ozon begründet sein. Um nicht falsch verstanden zu werden: Bei diesen Untersuchungen geht es weder um Restozon in der Luft noch im Wasser. Die Gefahr sehen wir mehr in Reaktionsprodukte von Ozon mit organischen Stoffen im Wasser, die schädliche Verbindungen (unter vielen anderen Formaldehyd) entstehen lassen.

Christine Lange hat eine sehr schöne Präsentation über ihre Tumor-Operationen gemacht und es wurde ausführlich und hilfreich diskutiert, wie man die OP-Technik noch weiter verbessern kann. Ihre Ergebnisse mit dem Einsatz von Fetaldopplern zur Überwachung der Herzfrequenz währen der OP waren vielversprechend und machen die Steuerung der Narkose bedeutend einfacher, da man schneller als sonst einen Abfall der Herztätigkeit erkennen kann.

Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Blutuntersuchung bei Koi. Ich habe mich in der Literatur umgesehen und das vorhandene Wissen zusammengefasst. Leider ist die Blutdiagnostik bei Koi nicht so einfach wie bei Warmblütern. Sie erlaubt jedoch eine Prognose während der Behandlung von Krankheiten und man kann damit Blutkrebs wie Leukämie diagnostizieren.

Das Wissen zum Thema Koipocken, Entfernung von Hauttumoren und Hikui wurde von den Kollegen aus der Schweiz, Dr. Ralf Knüsel und Dr. Nicolas Diserens bearbeitet. Hier ging es sowohl um die OP-Technik als auch um die Ursachen für die Veränderungen.

Ein interessanter SVC-Fall und einiges an Erfahrungsaustausch über die Antibiotikatherapie waren als Abrundung des langen und interessanten Tages auch dabei. Wir sind vollgestopft mit neuem Wissen und neuen Ideen am Abend zusammengesessen und haben alle viel gelernt. Ein großer Dank an Dr. Pees, die unser Treffen ermöglicht und organisiert hat.

Morgen werde ich vom Tierärztetag in Leipzig berichten, denn es gab erfreulicherweise einen sehr gut besuchten Tag zum Thema Fische.

‹ zurück

Kommentare zum Artikel

Loggen Sie sich ein, um einen Kommentar zu verfassen

Noch keine Kommentare für diesen Artikel.