Dr. Lechleiters Fishcare

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Gasübersättigung im Koiteich

Gasübersättigung im Koiteich

kann zur "Gasblasenkrankheit" führen. Auslöser ist, dass in Folge einer Gasübersättigung des Wassers ein Zuviel an gelöstem Gas in den Blutkreislauf gelangt. Es perlt dann in den Adern der Fische aus und die Bläschen verstopfen die feinen Blutgefäße (Kapillaren), vor allem in den Kiemen, aber auch in den Augen, der Haut, den Flossen und inneren Organen. Sie ist häufiger die Ursache für "unerklärliches" Springen, Scheuern, abgestorbene Flossenränder oder sogar den Tod von Koi, als manch einer wahr haben will. Oft bleibt sie unerkannt und die Fische werden auf Verdacht  mit irgendwelchen Mitteln fehlbehandelt.

In der Praxis entsteht Gasübersättigung zumeist dann, wenn Luft unter zu hohem Wasserdruck dem Teich zugeführt wird. Also beispielsweise bei der Belüftung mit Venturidüsen oder mit sehr tief angebrachten Ausströmern (auch im Airlift). Gar nicht so selten tritt der Fall auf, dass eine Wasserleitung oder eine Pumpe Luft zieht und es durch den relativ hohen Druck in der weiterführenden Leitung zur Gasübersättigung kommt.  

Gas ist jedoch nicht gleich Gas. Sauerstoff ist selbst bei starker Übersättigung unschädlich für Fische, denn er wird vom Fisch verbraucht. Ganz anders sieht es beim Stickstoff aus, der allerdings den weitaus größten Teil der Luft ausmacht. Hier kann es schon bei nur wenigen Prozentwerten über der Sättigung zur Ausbildung der Gasblasenkrankheit kommen. Für einen geübten Untersucher ist die Diagnose relativ einfach, der Ungeübte wird die äußerlich erkennbaren Symptome (sehr feine Bläschen in den Kiemen, den Augen und der Haut) aber meist  nicht erkennen. 

Kleinere Übersättigungen müssen nicht zu erkennbaren Gasbläschen führen, sie stören jedoch die Kiemenfunktion mit allen Folgen: Von Unruhe, Scheuern oder Springen bis hin zu Lethargie (meist in den Morgenstunden, obgleich ausreichend Sauerstoff vorhanden ist) und erstaunlicher Fressunlust.

Die neuen Ringbelüfter sind derzeit im Fokus der Messungen mit meinem Saturometer, denn in einigen Teichen sind sie die einzige Änderung im Wasserlauf. Offensichtlich sind bei hohem Flow, bester Isolierung der Filter und je nach Ort und Tiefe des Betriebs diese effektiven Eintragssysteme für Luft (=20% Sauerstoff, 80% Stickstoff) eine Ursache für Stickstoffübersättigung. Nachweisen kann man diese mit einem Saturometer - auch Tensionometer genannt.

Gasblasenkrankheit ist vermeidbar und kann durch Änderungen im Betrieb des Lufteintrages oder bessere Entspannung des Wassers durch Verrieselung vermieden werden. Stickstoff ist jedoch träge, weshalb es wichtig ist, die Rieselfilter an möglichst vielen Stellen offen zu betreiben!

 

 

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