Dr. Lechleiters Fishcare

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Massensterben von Koi: Fall 1

Ein typischer Fall:

Ein neu angelegter Koiteich, der Altbestand (ca. 25, auch ältere und große Tiere) war für die Bauphase in einem runden 6000 l Becken aufbewahrt worden. Zwei Wochen nach dem Neubefüllen und Umsetzen der Koi zeigten sie zunächst extreme Lochkrankheit und begannen dann, einer nach dem anderen wegzusterben.

Der Koi, den ich untersucht habe, hatte eine flächige bakterielle Entzündung an der Seite und dunkle, extrem verschleimte Kiemen.

Die Wasserprobe hat dann das Problem aufgezeigt: Sauerstoffgehalt 60%, Temperatur 22°C, Gesamtammonium 0,4 mg/l, pH-Wert 6,1, Nitrit über 1 mg/l! Bei niedrigen pH-Werten sind solche Nitritmengen tödlich wegen der Bildung von Salpetriger Säure.

Dieser neue Filter war wohl vom Fischbestand völlig überfordert, dazu kam jede Menge Futter und natürlich keinerlei Wasserwechsel, denn es war ja ein ganz frisch gefüllter, neuer Teich... Und von der alten Brühe aus dem Hälterbecken muss man ja alles in den neuen Teich geben, damit die Koi nicht in frisches Wasser umgesetzt werden, oder???

Diese Unsitte, altes Wasser generell als nützlich anzusehen, kann man wohl nicht ausrotten. Eingelaufenes Teichwasser, das KEINERLEI Belastung mit Ammoium oder Nitrit enthält, ist natürlich nützlich. Aber zu glauben, dass in einem Hälterbecken bei hochsommerlicher Hitze und ohne Wasserwechsel nützliche Bakterien für einen neuen Teich leben, ist einfach Unsinn. Und wie immer hätte man ja messen können und nicht einfach glauben müssen, dass das alles schon stimmen wird....

Wasseruntersuchungen sind in neuen Teichen einfach das A und O. Und es wäre so schön, wenn das die Teich- und Filterbauer ihren Kunden frühzeitig klar machen könnten. Das würde viele kranke und tote Koi vermeiden helfen!

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Kommentare zum Artikel

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Kann man eigentlich nicht glauben, nachdem ein Altbestand schon vorhanden ist und dieser müsste doch über Jahre gewachsen sein. In dieser Zeit hatte man doch sicherlich das Ein - oder Andere dazu gelernt. Das Wasserwerte zu messen sind und ein Teilwasserwechsel regelmäßig durchzuführen ist "das A und O in der Koihaltung" dürfte eigentlich nach einer gewissen Zeit als selbstverständlich angenommen werden.

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